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Literatur für junge Menschen ignoriert oder stigmatisiert Bisexualität

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Welche Rolle spielen bisexuelle Menschen in der Literatur, die sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wendet?

 

Dieser Frage ist B. J. Epstein mithilfe einer Inhaltsanalyse nachgegangen. Es handelt sich um eine gesellschaftlich wichtige Fragestellung. Denn die Einstellungen und Bewertungen von Menschen können maßgeblich durch die Literatur, die sie lesen, mit geprägt werden. Gerade im Kindes- und Jugendalter können frühe Einstellungsmuster aufgebaut werden, die die weitere Informationsaufnahme filtern und zu lebenslang stabilen Mustern führen können. Literatur für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ist somit nicht unpolitisch, sondern weist eine hohe gesellschaftliche Bedeutsamkeit auf.

 

Epstein kommt in ihrer Literaturanalyse zu dem Ergebnis, dass Bisexualität in der Literatur für Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene nur einen sehr begrenzten Raum findet, der zudem oft negativ besetzt ist. Wenn Bisexualität erwähnt wird, schneidet sie im Vergleich zur heterosexuellen und homosexuellen Orientierung eher schlechter ab. Bisexuelle Menschen und ihre Lebensweisen sind in der Literatur für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene also typischerweise unsichtbar oder werden negativ charakterisiert. Damit droht das Literaturstudium derzeit, einer anhaltenden gesellschaftlichen Unsichtbarkeit von Bisexualität oder gar deren negativer Bewertung Vorschub zu leisten.

 

Die Literaturanalyse von Epstein weist auf einen dringlichen Handlungsbedarf hin, um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unbefangen an das Thema der Bisexualität heranzuführen und der Entstehung von Vorurteilen entgegen zu wirken. Eine umfassende gesellschaftliche Diskussion und Darstellung bisexueller Lebensweisen ist dabei gerade auch im schulischen Kontext notwendig, was eine Überarbeitung von Schulbüchern einschließen muss. 

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