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Heterosexuelle und Homosexuelle diskriminieren bisexuelle Männer und Frauen

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Bisexuelle brauchen mehr solidarischen Zusammenschluss (Foto: BiNet USA)

Bisexuelle Männer und Frauen leiden häufiger unter Depressionen, Angststörungen und Stresst, sind häufiger suizidal und sind auch von anderen Erkrankungen und Beschwerden öfter betroffen als Heterosexuelle und Homosexuelle (siehe auch →hier, →hier, →hier). Zunehmend weisen empirische Befunde darauf hin, dass die größere Anfälligkeit für seelische Erkrankungen von Bisexuellen durch Mikroaggressionen und Diskriminierung bedingt werden. Tatsächlich sind Bisexuelle Opfer einer doppelten Diskriminierung, die sowohl von Heterosexuellen als auch von Homosexuellen ausgeht.

 

Eine neue →Online-Studie, die soeben in LGBT Health veröffentlich worden ist, liefert klare Belege für diese doppelte Diskriminierung, die auch als Biphobie bezeichnet wird. Negative Einstellungen zu bisexuellen Männern und bisexuellen Frauen wurden über Fragebögen erhoben, die heterosexuellen, homosexuellen und bisexuellen Männern und Frauen zur Beantwortung vorgelegt wurden. Im Ergebnis zeigt sich, dass biphobe Einstellungen sowohl von heterosexuellen Männern und Frauen als auch von homosexuellen Männern und Frauen häufiger bejaht werden als von bisexuellen Männern und Frauen.

 

Bisexuelle, dies machen auch diese Studienbefunde erneut deutlich, stehen oft zwischen allen Stühlen. Obwohl Bisexualität explizit in die Bezeichnung LGBT aufgenommen worden ist, ist Bisexualität in der LGBT-Bewegung noch zu wenig präsent und insgesamt gesellschaftlich nur wenig sichtbar. Die besonderen Belange bisexueller Männer und Frauen werden nur selten berücksichtigt und die Rolle der doppelten Diskriminierung wird gesellschaftlich noch kaum thematisiert.

 

Weitere Forschungen und die Entwicklung von Interventionsstrategien sind erforderlich, um Diskriminierungen und Ausgrenzungen bisexueller Männer und Frauen weiter zu reduzieren. Ohne einen entsprechenden expliziten gesellschaftlichen Ansatz wird es nicht gelingen, die nach wie vor grassierende Binegativität abzubauen, in deren Folge bisexuelle Männer und Frauen häufiger von seelischen Erkrankungen und Suizidalität betroffen sind als Heterosexuelle und Homosexuelle. Die verstärkte Entwicklung solidarischer Strukturen bisexueller Menschen könnte der wichtigste Faktor sein, um die Auswirkungen von Diskriminierung und Binegativität im Einzelfall zu begrenzen und gleichzeitig die erforderliche gesellschaftliche Aufklärungsarbeit zu leisten. 

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