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Bisexualität und Polyamorie

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Bisexuelle sehen sich in der gegenwärtigen Gesellschaft einer deutlichen Marginalisierung ausgesetzt. Die Sichtbarkeit der Bisexualität ist weiterhin gering. Während Schwule und Lesben hochgradig sichtbar sind und in den westlichen Demokratien immer mehr ihre Gleichberechtigung durchsetzen, steht die Emanzipation bisexueller Lebensweisen erst ganz am Anfang.

 

In einem neuen Buch mit dem Titel „It's Bi: Notes for a Bisexual Revolution” setzt sich die US amerikanische Autorin Shiri Eisner mit der gesellschaftlichen Marginalisierung von Bisexualität auseinander und plädiert für ein selbstbewusstes Coming-out bisexueller Menschen und ihrer Liebesbeziehungen. Dabei scheut sie auch nicht vor einem durchaus heißen Eisen innerhalb des bisexuellen Diskurses zurück:

 

„Welche Beziehung besteht zwischen Bisexualität und Polyamorie, also Liebesbeziehungen zwischen mehr als zwei Personen?“

 

Vor Kurzen erhielten auch wir hierzu Post. Denn ein Leser unser Seiten fühlte sich durch die durch uns dargelegte Assoziation zwischen Bisexualität und Polyamorie  unrichtig eingeordnet. Er schrieb uns, er habe lange genug gegen das Vorurteil kämpfen müssen, Bisexuelle seien polygam, um nun auf unseren Seiten lesen zu müssen, es bestehe eine natürliche Affinität zwischen Bisexualität und polyamorösen Liebesbeziehungen.

 

Shiri Eisner hält es für ein Vorurteil, dass Bisexuelle nicht monogam leben können oder wollen. Sie sieht keine grundsätzliche Inkompatibilität der bisexuellen Orientierung mit der traditionellen Zweier-Beziehung. Umgekehrt plädiert sie aber auch gegen eine Neigung zur Hyperanpassung  an traditionelle Beziehungsmodelle und gesteht zu, dass die polyamoröse Beziehungsgestaltung eine Art der Beziehungsgestaltung ist, die durchaus gerade auch, aber nicht nur, bei Bisexuellen Anklang finden kann.

 

Damit unterscheidet sich Shiri Eisner von Alison Moss, die die polyamoröse Beziehungsform als das natürliche Beziehungsmodell für bisexuelle Partnerschaften sieht. Shiri Eisner erkennt aber dennoch an, dass eine gewisse Affinität zwischen bisexueller Orientierung und polyamoröser Beziehungsgestaltung besteht und von einem Teil der Bisexuellen auch so erlebt und für sich angenommen wird.

 

Sachlage ist, dass die polyamoröse Beziehungsform es möglich macht, innerhalb einer Partnerschaft sexuelle und romantische Beziehungen zu Personen beiderlei Geschlechtes zu pflegen. Da Bisexualität sich als Orientierung auf Menschen beiderlei Geschlechtes definiert, bietet sich eine Nähe zwischen der bisexuellen Orientierung und der Polyamorie daher an. Dennoch ist aber Shiri Eisner – und auch unserem kritischem Leser – zuzustimmen, dass die Polyamorie nicht das Beziehungsmodell aller bisexuellen Menschen darstellt.

 

Unterschiedliche Beziehungsmodelle sind legitim und wert zu schätzen. Es gibt Bisexuelle, die ihre Bisexualität lediglich als Möglichkeit sehen, mit einem Mann oder einer Frau sexuell-partnerschaftlich in Kontakt zu treten, sich aber für einen Menschen entscheiden wollen. Hier ist die Bisexualität vorwiegend eine Erweiterung der Partnerwahlmöglichkeiten.

 

Ebenso gibt es aber Bisexuelle, für die Bisexualität nicht nur eine Erweiterung der Partnerwahlmöglichkeiten darstellt, sondern die ihre sexuellen und partnerschaftlichen Beziehungen spezifisch bisexuell und insofern mit Personen der beiden Geschlechter leben möchten. Hier ist die Polyamorie das Leitmodell.

 

Egal, ob die eigene Bisexualität als Möglichkeit oder als umzusetzendes Erleben verstanden wird, sollten Bisexuelle in einem emanzipatorischen Sinne gemeinsam für die Sichtbarkeit bisexueller Lebensweisen eintreten, zu denen nicht nur, aber auch die Polyamorie gehört.

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