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Bisexualität: Ausgrenzung kann tödlich sein

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Die Suizidgefährdung Bisexueller ist erhöht

Soeben wurde eine systematische Übersichtsarbeit im Fachjournal „The Journal of Sexual Medicine“ veröffentlicht, die zu dem Schluss gelangt, dass bisexuelle Männer und Frauen häufiger über Suizid nachdenken und auch häufiger Selbstmordversuche unternehmen als homosexuelle und heterosexuelle Männer und Frauen. Außerdem leiden bisexuelle Männer und Frauen demnach häufiger unter Substanzabhängigkeiten und anderen psychischen Störungen, wie Depressionen und Angststörungen.

 

Wieso weisen bisexuelle Männer und Frauen eine erhöhte psychische Vulnerabilität auf?

 

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass erlittene Übergriffe, negative Reaktionen Gleichaltriger und Zurückweisung durch die Familie die wesentlichen Risikofaktoren sind, die die erhöhte Suizidalität bisexueller Männer und Frauen erklären können.

 

Bisexuelle leiden demnach unter Diskriminierungen im unmittelbaren Lebensumfeld, die sie anfällig machen für die Herausbildung seelischer Beeinträchtigungen bis hin zu Selbstmordgefährdung. Diese individuellen Ausgrenzungserfahrungen spiegeln dabei eine gesamtgesellschaftliche Situation wider, in der die Interessen bisexueller Menschen kaum berücksichtigt werden.

 

Während die Gleichberechtigung schwuler und lesbischer Lebensweisen große Fortschritte gemacht hat, bleibt Bisexualität nach wie vor viel zu oft unsichtbar. Diskriminierungen sind bisexuelle Männer und Frauen dabei nicht ausschließlich durch die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt, sondern auch die schwule und lesbische Community zeigt eine noch viel zu große Indifferenz gegenüber bisexuellen Lebensweisen und eine entsprechend große Unkenntnis des erhöhten Belastungsgrad, dem bisexuelle Menschen nach wie vor ausgesetzt sind.

 

Die aktuelle Studie zeigt, dass die Ausgrenzung, die bisexuelle Männer und Frauen erleben, im wahrsten Sinne des Wortes tödlich sein kann. Es besteht dringender gesellschaftlicher Handlungsbedarf, um Abhilfe zu schaffen. Erforderlich ist die Beseitigung der Missstände, die zu der erhöhten Suizidgefährdung bisexueller Menschen führen. Dies kann nur bedeuten, die Sichtbarkeit der Bisexualität in der Gesellschaft zu erhöhen und ihr eine uneingeschränkte gesellschaftliche Akzeptanz entgegen zu bringen. 

 

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