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Bisexuell.net informiert über bisexuelle Lebensweisen und setzt sich ein für eine verbesserte Akzeptanz und Anerkennung bisexueller Lebensweisen durch die Gesellschaft. Bisexualität ist die Fähigkeit, eine sexuelle, emotionale und romantische Hinziehung zu Menschen beiderlei Geschlechts zu erleben. Bisexuelle Lebensweisen können dabei aufgrund der Vielseitigkeit der bisexuellen Orientierung neben heterosexuellen und homosexuellen Beziehungen ebenfalls Beziehungen zwischen mehr als zwei Personen einschließen. Während die langjährige gesellschaftliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben in den demokratischen Ländern immer mehr überwunden wird, haben Bisexuelle noch keine ausreichende gesellschaftliche Emanzipation erreicht. Bisexualität ist in der Gesellschaft noch wenig sichtbar und die klassische Zweier-Beziehung gilt nach wie vor als die einzig schützenswerte Liebesbeziehung. Doch der Kampf für die gesellschaftliche Anerkennung bisexueller Lebensweisen im Sinne einer pansexuellen Gesellschaft ist erforderlich, wenn die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung dauerhaft überwunden werden soll.

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Konservatismus fördert Bi-Negativität und Dating-Ausschluss

Im Fachjournal Archives of Sexual Behavior wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass konservative Einstellungen zu Vorurteilen gegenüber Bisexuellen führen können, die wiederum die Bereitschaft senken können, sich auf Dating, sexuelle oder partnerschaftliche Beziehungen mit Bisexuellen einzulassen. Vermindert werden können die Vorurteile durch die tatsächliche Bekanntschaft mit Bisexuellen. In diesem Artikel werden die Befunde vorgestellt und diskutiert, wobei ebenfalls auf Daten der Kennenlernplattform Gleichklang.de eingegangen wird.

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Bisexuelle Emanzipation: Es bleibt, viel zu tun (Bild: Marilyn Roxie).

Umfrage-Ergebnis: Bisexuelle sind nicht zu beneiden

Wir haben 614 Bisexuelle befragt und die Ergebnisse umfassend ausgewertet. Es zeigt sich ein recht erschütterndes Bild: Viele Bisexuelle erleben Diskriminierung und aus Angst vor Ausgrenzung entscheiden sich viele Bisexuelle gegen ein Outing. Sie halten ihre Bisexualität dabei sogar gegenüber ihrem engsten sozialen Umfeld, auch gegenüber Beziehungsaprtner geheim. Dabei wünschen sich Bisexuelle, offen mit ihrer Bisexualität in ihrem Umfeld umgegeben zu können. Als Ursache für Diskriminierungen benennen Bisexuelle insbesondere die mangelnde gesellschaftliche Sichtbarkeit von Bisexualität, das häufig nicht erfolgende Outing sowie insgesamt ein nur geringes Interesse der Gesellschaft an Bisexualität. Die Partnersuche erleben Bisexuelle mehrheitlich als deutlich erschwert. Die große Mehrheit der Befragten beklagt die Sachlage, dass nahezu alle großen Online-Partnerbörsen eine bisexuelle Suche ausschließen, indem sich Teilnehmer auf nur ein gesuchtes Geschlecht festlegen müssen. Entsprechend positiv bewertete die überwältigende Mehrheit der Befragten die durch Gleichklang angebotene bisexuelle Suchoption. Entscheidend sein wird für die Überwindung der Diskriminierung der Bisexualität ein wachsendes gesellschaftliches Interesse und eine wachsende Sichtbarkeit von Bisexualität in der Gesellschaft, wofür auch Medien, die Politik, LGBTI-Verbände und die Privatwirtschaft tragen.

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Heterosexuelle Stereotype über Bisexuelle: Keine Gefühle, sondern nur Sex

Eine neue Studie zeigt, dass Heterosexuelle ein stark verkürztes Bild von Bisexualität und Bisexuellen haben. In der heterosexuellen Optik wird Bisexualität auf Sexualverhalten eingeschränkt, während die eigene Heterosexualität auch mit komplexen Gefühlen verbunden wird. Diese stereotypisierte Sichtweise von Bisexuealität und Bisexuellen kann zu der gesellschaftlich weitverbreiteten Binegativität beitragen und bedarf daher dringend der Korrektur.

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Bisexuelle Opfer sexueller Gewalt besonders traumatisiert

Bisexuelle Frauen haben größere Schwierigkeiten, sich von sexueller Gewalt zu erholen, als heterosexuelle Frauen. Außerdem reagiert ihr soziales Umfeld negativer. Diese Studienergebnisse zeigen, dass die mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz von Bisexualität sich auch im Bereich der Bewältigung erlittener sexueller Gewalt negativ auswirkt.

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San Francisco Pride 2011 (Foto: Marilyn Roxie)

Ausschluss Bisexueller beim Online-Dating bleibt skandalös

Die Internet-Partnerbörse Gleichklang.de hat wieder einmal bei der Konkurrenz nachgeschaut, inwiefern diese auch bisexuelle Singles bei der Partnersuche unterstützt. Das Ergebnis ist ernüchternd. Weiterhin werden bisexuelle Singles bei der Partnersuche weitgehend ausgeschlossen, was das allgemeinere gesellschaftliche Problem der nach wie vor zu geringen Sichtbarkeit von Bisexualität wiederspiegelt.

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Bisexuelle brauchen mehr solidarischen Zusammenschluss (Foto: BiNet USA)

Heterosexuelle und Homosexuelle diskriminieren bisexuelle Männer und Frauen

Bisexuelle sehen sich einer doppelten Diskriminierung ausgesetzt, die durch Heterosexuelle wie durch Homosexuelle ausgeht. Diese Binegativität ist ein wesentlicher Faktor für die größere Häufigkeit seelischer Erkrankungen bei bisexuellen Männern und Frauen. Mehr Forschung und die Entwicklung von Interventionsmaßnahmen ist erforderlich, um die grassierende Diskriminierung Bisexueller zu überwinden. 

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Ausgrenzung belastet die Identität

Vier Faktoren der bisexuellen Identität

Wie sehen und erleben sich Bisexuelle selbst? Eine neue Studie identifizierte vier Faktoren der bisexuellen Identität. Deutlich wird eine hochgradig ambivalente Identität, die Aspekte gesellschaftlicher Ausgrenzung und Ablehnung von Bisexualität mit einbezieht. Je stärker Ausgrenzungsprozesse die Identität prägen, desto eher werden Menschen mit bisexueller Orientierung depressiv.  Demgegenüber korreliert die offen gelebte Bisexualität mit einer positiven Einstellung zur eigenen bisexuellen Orientierung. Der Abbau gesellschaftlicher Ausgrenzung und entsprechend die Steigerung von gesellschaftlicher Sichtbarkeit der Bisexualität und Akzeptanz dürften tief greifende Auswirkungen auf die Identität bisexueller Menschen im Sinne einer Positivierung und eines Abbaus seelischer Beeinträchtigungen haben. 

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Literatur für junge Menschen ignoriert oder stigmatisiert Bisexualität

Eine neue wissenschaftliche Analyse zeigt, dass bisexuelle Menschen und Bisexualität an sich in der Literatur für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entweder unsichtbar bleiben oder sogar negativ bewertet werden. Damit droht Literatur zur Aufrechterhaltung der mangelnden Anerkennung und Akzeptanz der Bisexualität beizutragen, indem sie die Herausbildung früher Vorurteile fördert. Umso wichtiger ist eine umfassende gesellschaftliche Diskussion und Darstellung bisexueller Lebensweise auch bereits im schulischen Kontext. Eine Überarbeitung von Schulbüchern ist hierfür notwendig. 

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Die Suizidgefährdung Bisexueller ist erhöht

Bisexualität: Ausgrenzung kann tödlich sein

Eine neue wissenschaftliche Überblicksarbeit belegt eine deutlich höhere Suizidgefährdung von bisexuellen Menschen im Vergleich zu heterosexuellen oder homosexuellen Personen. Ebenfalls ist die Häufigkeit von Suchterkrankungen und anderen seelischen Erkrankungen bei Bisexuellen erhöht. Verursacht wird der höhere psychische Beeinträchtigungsgrad bisexueller Männer und Frauen durch gesellschaftliche Ausgrenzung, die sich individuell in Viktimisierung, Zurückweisung durch Gleichaltrige oder Familienangehörige ausdrückt. Dringende Abhilfe im Sinne von entschiedenen Maßnahmen gegen die gesellschaftliche Diskriminierung bisexueller Menschen und ihrer Lebensweisen ist erforderlich. 

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